Birdlife Pressemeldung

Eingestellt / verfasst von Andreas Grosch, Dienstag, 23 August 2016, Zugeordnet zu Presseartikel

Großer Brachvogel: EU-Vogelschutzgebiet Flugplatz Wels bewährt sich

Birdlife Pressemeldung

Die Ergebnisse der diesjährigen Bestandszählung seltener Wiesenvogelarten durch die Vogelschutzorganisation BirdLife zeigen auf, wie positiv sich der Brachvogel auf dem Flugplatz Wels entwickelt, während auf dem Flughafen Hörsching alle Brutversuche dieser seltenen Vogelart erfolglos blieben

Linz/Wels, 23. August 2016: Seit 1992 zählen BirdLife Mitarbeiter die Bestände der in Wiesen brütenden Vogelarten, darunter auch jene des seltenen Großen Brachvogels auf den Flugplätzen Wels und Linz/Hörsching. Durch die flächendeckende Intensivierung der Landwirtschaft befinden sich fast alle Feld- und Wiesenvögel im Sinkflug, da ihre Gelege häufig durch die Bewirtschaftung zerstört werden. Im Vogelschutzgebiet „Flugplatz Welser Heide“ hingegen nahmen nicht nur die Bestände des Großen Brachvogels auf mindestens 10 Paare zu. Hier kam es aufgrund der idealen Wiesenbewirtschaftung auch zum besten Bruterfolg in ganz Oberösterreich. Warum im Jahr 2016 in Hörsching alle Gelege oder Jungvögel verloren gingen, ist nicht restlos geklärt. Diese Erhebung wird von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich sowie der Europäischen Union gefördert.

Positivbeispiel Flugplatz Welser Heide
Von insgesamt bis zu 46 Brutpaaren des Großen Brachvogels in Oberösterreich kamen im Jahr 2016 mindestens 10 Paare im Magerwiesenareal des Flugplatzes Wels vor (2012: 8-10 Paare). Damit brütete dieses Aushängeschild des Vogelschutzes in Oberösterreich hier nicht nur landesweit in seiner höchsten Dichte. Mit wenigstens 7 flugfähigen Jungvögeln ist es in Wels auch zum landesweit besten Bruterfolg gekommen. Damit ist neuerlich belegt, dass dieses Schutzgebiet derzeit die vitalste Brachvogelpopulation des Landes aufweist. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Flugplatzbetreiber „Weiße Möwe“ diese Flugplatzwiesen in vorbildlicher Weise für den Vogelschutz pflegen.
Hier bleiben die Wiesen seit 1997 ungedüngt. Die Hauptflächen werden erst ab Mitte Juli gemäht. So finden die am Boden brütenden Brachvögel sowie jeweils über 20 Kiebitz- und Rebhuhn-Paare, unzählige Feldlerchen etc. ideale Brutbedingungen vor. BirdLife sieht in den neuen Zahlen auch eine weitere, fachliche Bestätigung der Schutzgebietsausweisung in Wels durch das Land Oberösterreich bzw. LH-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner.

Flugplatz Linz/Hörsching bleibt eine Problemzone für den Großen Brachvogel
Wie schwer es der Große Brachvogel in herkömmlich bewirtschafteten Mähwiesen hat, zeigen die Ergebnisse von Hörsching: Bis zu 8 Paare der hier brütenden Brachvögel verloren im Frühjahr 2016 alle ihre Gelege oder Jungvögel. Dieser völlige Ausfall dürfte durch mehrere Faktoren bzw. ihre Wechselwirkungen verursacht sein: Im überdurchschnittlich kühlen April sind viele Erstgelege witterungsbedingt verloren gegangen. Jungvögel aus Ersatzgelegen hatten in der Folge im niederschlagsreichen Mai Probleme mit der sehr hohen, dauerfeuchten Wiesenvegetation. Flugunfähige Jungvögel sterben unter derart negativen Bedingungen immer wieder an Unterkühlung. Weitere negative Einflussfaktoren, wie etwa ein erhöhter Verlust durch Fressfeinde (z. B. Fuchs, Dachs, Greifvögel) können allerdings nicht ausgeschlossen werden. Dazu fehlt es derzeit an wissenschaftlicher Begleitforschung.
Der Vergleich mit den positiven Bestandstrends und gleichzeitigen Bruterfolgen in Wels zeigt klar auf, wie die Brachvogelpopulation auch in Hörsching besser geschützt werden könnte. Düngerreduktion und gestaffelte Mahd, mit einer Erhöhung des Anteiles an erst im Sommer gemähten Wiesen, würden dem bedrohten Großen Brachvogel bessere Überlebenschancen bieten. BirdLife wird weiterhin diesbezügliche Gespräche mit den verantwortlichen Betreibern des Flughafens Hörsching, dem Fliegerhorst Hörsching und dem Blue Danube Airport suchen.

Bildmaterial:
Das Bildmaterial steht Ihnen bei Angabe des angeführten Fotoautors/BirdLife Österreich zum einmaligen kostenfreien Abdruck zur Verfügung.

Hans Uhl
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Koordination Wiesenvogel-Monitoring in Oberösterreich
BirdLife Österreich
Mobil: +43 (0) 699 14109941
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